Partizipative Gestaltung und Koproduktion von Schulhof­möbeln

Standort: Wolbeck, Münster
Kooperation: Schulzentrum Wolbeck
Datum: April 2022 - August 2022

Gemeinsam mit Schüler:innen des Schulzentrum Wolbecks haben wir im Rahmen unserer Abschlussarbeit einen ungenutzten Innenhof umgestaltet. Dabei entstanden in sechs Workshops ein neues Nutzungskonzept und Mobiliar. Bei einer abschließenden Bauaktion fertigten die Schüler:innen vor Ort im Innenhof ihre neuen Möbel selbst.

Das Schulzentrum Wolbeck beherbergt knapp 1.200 Schüler:innen, die sich auf Hauptschule, Realschule und Gymnasium verteilen. Einen gemeinsamen Schulhof teilen sich die drei Schulen nicht. Der einzige gemeinsame Begegnungsort ist die Aula, an die ein Innenhof grenzt.
Der „Schultreff“ ist ein durch Sozialarbeiter:innen kuratierter Begegnungsraum für Schüler:innen aller drei Schulen. 2018 ein Projekt durchführte wurde aus den Reihen der Schüler:innen der Wunsch nach einem gemeinsamen Begegnungsort laut. Der bisher ungenutzte Innenhof neben der Aula schien ideal. Es entstanden erste Pläne für den Innenhof, doch das Projekt schlief aufgrund der Corona-Pandemie ein. Ausgehend von dieser Idee nahmen wir das Projekt wieder auf. Die Schüler:innen wurden zu Hauptakteur:innen der Umgestaltung. Während des Gestaltungsprozesses formulierten sie Bedürfnisse, Konzepte und Entwürfe bei enger Begleitung durch das Schulpersonal und uns . Während der Ausarbeitung lag der Fokus auf der Entwicklung von Ideen in Kleingruppen, die dann im großen Plenum verglichen und diskutiert wurden. Über die Dauer von sechs Workshops entstand so in einem mikro-demokratischen Prozess ein gemeinsames Konzept sowie ein Entwurf für den Innenhof. Anschließend bauten an zwei Tagen die Schüler:innen ihr Mobiliar selbst. Die Arbeit in Workshops ermöglichte es uns, einen Erfahrungsraum zu öffnen. Schüler:innen der drei Schulen begegneten sich außerhalb gewohnter Rollen, lernten einander von einer anderen Seite kennen und konnten die Erfahrung machen ihre Umwelt aktiv mitgestalten zu dürfen.

„Also das hat für mich schon für eine Art Gleichberechtigung gesorgt, weil die Schüler von der Hauptschule auch gemerkt haben: Wir können hier etwas gemeinsam machen. Wir werden hier ernst genommen, auch als Hauptschüler. Es spielt gerade nicht so eine Rolle von welcher Schule wir kommen, sondern wir arbeiten alle gemeinsam an einem Projekt.“
Aus einem Interview mit einer Schülerin vom Schulzentrum Wolbeck.

Abschlussarbeit nach sechs Semestern an der Akademie für Gestaltung der Handwerkskammer Münster: Finn Blankenberg und Nick Potter